Taxi-Aktuelles April 2018

Volkswagen-Marken verlängern Umweltprämie

Der Konzern bezahlt noch bis Ende Juni 2018 eine nach Baureihen gestaffelte Umweltprämie, die mit den Taxi-Konditionen kombinierbar ist, aber nicht mehr für alle Modelle gilt.

Auch Taxi– und Mietwagenunternehmer, die ein Dieselmodell der Abgasnorm Euro 1 bis Euro 4 verschrotten und ein Fahrzeug aus dem Volkswagen-Konzern mit Euro-6-Dieselmotor neu kaufen, können bis Ende Juni 2018 eine Umweltprämie bekommen. Sie beträgt je nach Baureihe und Modell bis zu 10.000 Euro. „In die Verlängerung“ gehen die Marken Volkswagen, Volkswagen Nutzfahrzeuge, AudiSeat und Skoda. Das teilte der Konzern am 29. März 2018 mit. Demnach wurde die Prämie bisher an über 170.000 Kunden gezahlt.

Wie eine Anfrage von taxi heute bei Joachim Flämig ergab, dem Taxi-Ansprechpartner für die Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge, ist die Umweltprämie bei den Pkw-Varianten des T6 schon zum Jahreswechsel ausgelaufen. Für Taxis und Mietwagen auf der Basis von Caddy und Caddy Maxi würden aber nun bis Ende Juni weiterhin 4.000 Euro Umweltprämie bezahlt. Bei den Erdgasmodellen Caddy TGI und Caddy Maxi TGI gebe es nach wie vor die Zukunftsprämie von 5.000 Euro.

Laut Peter Pernat, Mietwagen-Spezialist im Vertrieb der Audi AG, kann man die Mietwagenkonditionen seiner Marke nach wie vor mit der Umweltprämie kombinieren. Wer sich das bei den Taxis und Mietwagen auf der Basis der Pkw-Modelle der Marken Volkswagen, Seat oder Skoda verhält, hat taxi heute am 3. April 2018 bei den Taxi-Ansprechpartnern dieser Marken beziehungsweise bei ihren Presseabteilungen nachgefragt. Die Antworten von Seat und Skoda stehen noch aus. Bei den Pkw-Modellen von Volkswagen kommt es spätestens zum 30. April 2018 zu einem Bestellstop für die Taximodelle – lesen Sie dazu die gesonderte Meldung auf www.taxi-heute.de.

Volkswagen: Pkw-Taxis sind für eine Weile nicht mehr bestellbar

Wegen der Umstellung auf das neue Abgas-Messverfahren WLTP sind derzeit nur noch der Passat und der Golf Variant als Taxi ab Werk bestellbar.

Der Volkswagen Sharan und das wichtigste Pkw-Taxi-Modell der Marke, der Touran, sind derzeit nicht mehr mit einer Taxi-Ausstattung ab Werk bestellbar. Momentan können nur noch der Passat und der Golf Variant als Taxi bestellt werden, und das je nach Nachfrage längstens bis zum 30. April 2018. Danach werden Taxis und andere Sonderfahrzeuge vorübergehend nicht mehr bestellt werden können. Das teilte Jens Kotschwar, Taxi-Ansprechpartner von Volkswagen für die Pkw-Modelle, auf Anfrage von taxi heute mit.

Wie er erläuterte, wurde bei der Umstellung auf das ab dem 1. September 2018 gültige Abgas-Messverfahren WLTP vergessen, dass Fahrzeuge auch als Sonderfahrzeuge entwickelt und zugelassen werden. Deshalb laufe gerade eine Abstimmung mit dem Kraftfahrt-Bundesamt, über die geklärt werden solle, wie mit ihnen nach diesem Stichtag verfahren werden soll. In jedem Fall müssten heute noch bestellte Taxis spätestens am 31. August 2018 zugelassen werden.

Einige (Schwerpunkt-) Händler haben sich offenbar kurzfristig noch mit dem Touran-Taxi bevorratet, nachdem die Händler in der zweiten März-Hälfte auf die neue Lage hingewiesen worden waren. Wer also in nächster Zeit ein Taxi auf der Basis eines Pkw-Modells von Volkswagen braucht und nicht bis mindestens September 2018 Zeit hat, tut gut daran, seine Fühler innerhalb der Händlerorganisation auszustrecken.

Für Taxifahrer, die ihr Taxi mieten, sind Beiträge fällig

Eine so genannte Taxizentrale aus dem Ennepe-Ruhr-Kreismuss muss jetzt 381.000 Euro an Sozialversicherungsbeiträgen nachzahlen.

Wenn eine Taxizentrale Taxis gegen eine Kilometerpauschale an Taxifahrer vermietet und sie bei der Auftragsvergabe wie festangestellte Fahrerbehandelt, liegt eine abhängige Beschäftigung vor, für die Sozialversicherungsbeiträge zu entrichten sind. Das hat das Sozialgericht Dortmund am 5. Februar 2018 in einem Eilverfahren entschieden, nachdem die Taxizentrale gegen einen Bescheid der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Westfalen Einspruch eingelegt und einen Antrag auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung ihres Widerspruchs gestellt hatte. Der Beschluss mit dem Aktenzeichen S 34 BA/18 ER ist erst am 22. März 2018 veröffentlicht worden.

In dem Fall ging es um eine so genannte Taxizentrale aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis, von der die DRV nach einer Betriebsprüfung einschließlich Säumniszuschlägen eine Nachzahlung von 381.000 Euro verlangt hatte. Laut dem Sozialgericht ging die DRV zu Recht davon aus, dass die Fahrer im „Mietmodell“ des Unternehmens abhängig beschäftigt sind. Dafür spreche, dass sie weder über eine Konzession noch über ein eigenes Taxi verfügten. Außerdem stellten die Fahrer nur ihre Arbeitskraft zur Verfügung. Sie seien in den Betriebsablauf eingegliedert und unterlägen wie die festangestellten Mitarbeiter dem Weisungsrecht.

Zudem hätten die „Mietfahrer“ kein unternehmerisches Risiko. Ein solches liege nicht schon dann vor, wenn wegen Arbeitsmangels kein Einkommen erzielt werde, sondern erst, wenn darüber hinaus auch noch Kosten für betriebliche Investitionen anfielen. Die hier faktisch gegebene „umsatzabhängige Entlohnung der Taxifahrer mit dem Risiko eines geringeren Verdienstes für den Fall gehäufter Wartezeiten oder Leerfahrten“ stelle kein „für die sozialversicherungsrechtliche Statusbeurteilung maßgebliches unternehmerisches Risiko“ dar.

Mit dem Begriff Taxizentrale dürfte hier übrigens ein Taxiunternehmen gemeint sein und nicht ein Zusammenschluss selbständiger Taxiunternehmer, den man normalerweise als Taxizentrale bezeichnet. Der Begriff ist rechtlich nicht hinreichend geschützt.

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